In Berlin findet gerade mit der Campus Party Europe 2012 Europas größter Technologieevent statt, und Event ist vermutlich auch die einzig treffende Beschreibung dafür. Es ist eine Mischung aus Konferenz, Barcamp, Hackathon und Gamingtournament, und mit diesen Fotos können Sie sich ein Bild davon machen.
Fotos von der Campus Party Europe 2012 in Berlin Tempelhof
CorporateLearningCamp 2011
Morgen fahre ich nach Darmstadt zum CorporateLearningCamp 2011, wo zwei Tage lang das Thema Lernen in Unternehmen im Mittelpunkt steht. Auf der Website heißt es:
Pragmatisches Lernen voneinander – über Unternehmensgrenzen hinweg. Für die, die sonst das Lernen Anderer in Unternehmen anstoßen, begleiten, oder verant-worten: Für Trainings-Profis, PE-Experten, Führungskräfte. [...] Das Voneinander-Lernen der Praktiker des Corporate Learnings soll die Weiterentwicklung von Kompetenzen in den Unternehmen fördern. [...] Keine Keynote-Speaker, keine vorher ausgewählten Referenten tragen vor – dafür gibt es den intensiven Austausch vieler Experten auf gleicher Augenhöhe im 45-Minuten Takt. Teilnehmer wählen selbst, wo und wie weit Sie sich einbringen. Das CoLearnCamp ist keine kommerzielle – aber dennoch professionelle Veranstaltung. Es geht ausschließlich um das Teilen und Vermehren von Wissen.
Die Veranstaltung ist nicht nur im Rahmen meines kleinen Forschungsprojektes SMILLL interessant, sondern bietet auch eine schöne Gelegenheit alte Bekannte und neue interessante Menschen zu treffen. Ich freue mich jedenfalls schon darauf und werde hier und auf Twitter unter dem Hashtag clc11 darüber berichten.
Update 15.09.2011: Der Zusammenfassung von Karlheinz Pape kann ich nur voll zustimmen.
Erstes CorporateLearningCamp mit 80 begeisterten Teilnehmern!
Das erste CorporateLearningCamp war wirklich etwas Besonderes: Nur begeisterte Teilnehmer, viele interessante Themen rund ums Corporate Learning, viele unterschiedliche Perspektiven und eine Menge hilfreicher neuer Kontakte. Die insgesamt 80 Teilnehmer brachten eine große Vielfalt von Perspektiven ein: Professoren, Forscher, Geschäftsführer, Training Center-Leiter, Trainer, und Studenten diskutierten wirklich auf gleicher Augenhöhe, so wie ich es noch auf keiner konventionellen Veranstaltung erlebt habe.
31 Sessionthemen füllten die Agenda beider Tage. Von Zertifizierung, über internationale Trainingssteuerung, Trainer-Weiterbildung, Vortrags-Visualisierung, Flipped Classroom, LDL bis Softskills über E-Learning reichte die Themenpalette.
Die Wiederholung im nächsten Jahr wollten alle Teilnehmer – unbedingt! Einen herzlichen Dank an alle Sponsoren, die das CLC11 überhaupt erst ermöglicht haben, und natürlich an die Veranstalter Charlotte Venema von HESSENMETALL und Prof. Bode, TU Darmstadt!
SMILLL – Social Media for Inclusive Life-Long Learning
Am 22. August startete am RheinAhrCampus der FH Koblenz ein kleines aber feines Forschungsprojekt mit dem schönen Titel “SMILLL – Social Media für Inclusive Life-Long Learning”. In diesem sechsmonatigen Projekt untersuchen Dr. Laurent Borgmann und ich, wie die sozialen Medien und Netzwerke in verschiedenen Lernkontexten bereits heute verwendet werden und wie sich die Anwendungsweisen in den kommenden Jahren verändern könnten.
65% aller Haushalte in Europa haben Zugang zum Internet und bereits mehr als 50% aller Europäerinnen und Europäer nutzen das Internet um sich über Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Während die neuen Medien im Konsumverhalten der Bürgerinnen und Bürger schon eine relevante Rolle spielen, sind sie in Bezug auf lernrelevante Informationssuche noch unterrepräsentiert und liegen derzeit bei 31% innerhalb der EU27-Staaten. Dies eröffnet gegenwärtig die Chance für die FH Koblenz und für kleine und mittelständische Unternehmen in der Region, zur Verbesserung der Lehre gezielte medienunterstützte Angebote zu konzipieren und zu erproben.
So belegen beispielsweise nur durchschnittlich 5% aller Bürgerinnen und Bürger innerhalb der EU27-Staaten derzeit einen „formalen“ Online-Kurs zur Erreichung ihrer persönlichen Lernziele. In diesem Bereich sind in den nächsten Jahren mehrstellige Wachstumsraten zu erwarten. Forschungsergebnisse, aber auch persönliche Erfahrungen am RheinAhrCampus legen die Hypothese nah, dass das Internet informell schon stark für die persönliche lernrelevante Informationssuche genutzt wird, während kollaborative Lernangebote und vor allem formelle und „offizielle“ Aus- und Weiterbildungsangebote noch wenig in Anspruch genommen werden. Dies ist der Bereich, in dem unser Pilotprojekt ansetzen wird, indem es die Potentiale der neuen Lernformen aus drei Perspektiven erforscht:
- Welche Social Media Werkzeuge (Services) nutzen Studierende (m/w) zur Unterstützung ihrer Lernprozesse im Studiums?
- Welche Social Media Werkzeuge (Services) nutzen Lehrende (m/w) zur Unterstützung ihrer Lehre?
- Welche Social Media Werkzeuge (Services) nutzen regionale mittelständische Unternehmen zur Fort- und Weiterbildung?
Erste Studien belegen, dass sich die im Privatleben der Lernenden schon teilweise etablierten sozialen Medien und Netzwerke auch für Bildungseinrichtungen wie Hochschulen und für die innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung eignen. Hier gilt es, neue Konzepte für innovative und kollaborative Bildungs- und Trainingsangebote zu erstellen, die sowohl männlichen als auch weiblichen Nutzungsstrukturen folgen, um somit die Lernenden nicht nur mit Fachwissen vertraut zu machen, sondern durch lernerzentrierte Methodik auch gleich auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorzubereiten. Parallel zur Wissensvermittlung geht es damit um nachhaltige Methodenvermittlung und den Einstieg ins selbstverantwortete life-long learning auch außerhalb der Bildungsinstitution oder des KMU-Betriebs. Lehrende, aber auch Weiterbildungsmanager in Betrieben übernehmen in diesem Kontext zusätzlich eine methodenstrategische Beratungs- und Moderationsfunktion („teacher as moderator/facilitator“).
Die oben erwähnten Studien zeigen, dass sich durch die intelligente Nutzung und Einbettung der sozialen Medien und Netzwerke einfache, schnelle und effiziente Wege zur Initiierung und Unterstützung von Lernprozessen eröffnen, in denen die Lernenden nicht nur Fachwissen erwerben, sondern auch neue und nachhaltige Lernkompetenzen entwickeln.
Das anwendungsorientierte Forschungsprojekt soll dazu dienen,
- Lehrende und Lernende von Hochschulen für den Austausch über “Life-Long Learning” Konzepte mit Mitarbeitern und Unternehmern in Kontakt zu bringen, um gemeinsam die Potentiale der neuen Medien für individualisierte life-long learning Programme für Lerner und Lernerinnen zu entwickeln.
- Lehrenden „mit Unternehmergeist“ neue Konzepte an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Ideen entwickeln, verwirklichen und auf unterschiedliche Lernszenarien übertragen können.
- die Verfügbarkeit von Lerninhalten durch die Verbreitung in sozialen Medien und Netzwerken zu steigern und damit den Zugang auch denen zu ermöglichen, die evtl. am klassischen und institutionalisierten Lernen nicht teilhaben können.
- anhand aktueller Forschungsergebnisse und Trendanalysen neue Formate und Konzepte für den Wissenserwerb, die Wissensverbreitung und das Wissensmanagement zu erarbeiten.
- Lehrenden aller Fachbereiche die einfache Erstellung von dynamischen, hochqualitativen und vernetzten Lernressourcen und Lernumgebungen zu ermöglichen und sie mit Konzepten und Werkzeugen zur kollaborativen Wissensentwicklung auszustatten.
- Lernen in motivierende und engagierende Medienumgebungen einzubetten.
- Den Transfer von Veranstaltungs- und Lernkonzepten aus Hochschulen in Betriebe und umgekehrt zu erleichtern.
- unterschiedlichem Nutzungsverhalten von Frauen und Männern in verschiedenen Lernszenarien zu untersuchen, um das Angebot auf verschiedene Lerntypen abzustimmen.
Angesichts des knappen Zeitrahmens haben wir uns ziemlich ambitionierte Ziele gesetzt, und ich werde an dieser Stelle über den Weg dorthin berichten.
Konstruktivismus und neue Medien – Lernen als soziales Phänomen
Am Samstag habe ich an der VHS Kaarst im Rahmen des Sprachentages einen Vortrag zum Thema Soziale Medien und Netzwerke im Fremdsprachenunterricht gehalten, und heute wurde ich gefragt, ob ich kurzfristig bei der morgen stattfindenden VHS-Landeskonferenz Sprachen in Krefeld den Eröffnungsvortrag zum Thema Konstruktivismus und neue Medien übernehmen könnte. Dieses Angebot habe ich natürlich gern angenommen und mich am Nachmittag auf den aktuellsten Stand zu diesem spannenden Thema gebracht.

Der konstruktivistische Ansatz in Bezug auf Lernen geht im Wesentlichen davon aus, dass Lernen ein soziales Phänomen ist und die Aneignung neuen Wissens gemeinsam und auf multiple Kontexte bezogen erfolgt. Somit ist das Lernergebnis bei jedem Lernenden auch unterschiedlich, da die geteilten Informationen auf situative und individuelle Resonanz stößt.
Die intelligente Nutzung der sozialen Medien und Netzwerke kann dazu beitragen, kollaborative und kooperative Lernumgebungen zu schaffen, in denen die Lernenden ihre Fortschritte aktiv artikulieren und reflektieren. Der Lehrende kann somit zunehmend zum Moderator werden und sich aus dem reinen Prozess der Informationsvermittlung zurückziehen.
Das Thema Lernen und soziale Medien beschäftigt mich schon seit einigen Jahren, und der konstruktivistische Ansatz unterstützt meine eigenen Erfahrungen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf die anschließende Diskussion zum morgigen Vortrag.
Kontakt
Karsten Kneese
T: 0177 1704313
E: karsten@konzeptsinn.de


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