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96 Stunden Unterricht in 7 Wochen – ein kleiner Rückblick auf das Sommersemester 2012

Gestern hatte ich meinen letzten Vorlesungstag am RheinAhrCampus der FH Koblenz, wo ich einen Lehrauftrag für Social Media in Unternehmen, Social Commerce und Die Methode des vernetzten Denkens habe. Da das Studium am RheinAhrCampus in Halbsemester gegliedert ist, habe ich in den vergangenen 7 Wochen insgesamt 96 Stunden unterrichtet, plus Vor- und Nachbereitungszeiten.

Was die Studierenden und ich in dieser Zeit gemacht und mit welchen Themen wir uns beschäftigt haben, können Sie gern im Seminar-Blog nachlesen und natürlich auch gern kommentieren.

Mir haben die verschiedenen Seminare und Workshops jedenfalls wieder mal viel Spaß gemacht, und ich habe auch wieder viel gelernt. Beides sind für mich ganz wichtige Voraussetzungen bei meiner Arbeit als Dozent.

Nun freue ich mich erstmal auf meine bis zum Herbst dauernden “Semesterferien”, auch wenn ich demnächst wieder mehr Zeit an der Hochschule verbringen werde als bisher – aber in welcher Funktion wird noch nicht verraten.

Zum Abschluss des Semesters und dieses Postings passen die 10 Gebotes des Lehrens von Betrand Russel, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

The Ten Commandments that, as a teacher, I should wish to promulgate, might be set forth as follows:

  1. Do not feel absolutely certain of anything.
  2. Do not think it worth while to proceed by concealing evidence, for the evidence is sure to come to light.
  3. Never try to discourage thinking for you are sure to succeed.
  4. When you meet with opposition, even if it should be from your husband or your children, endeavor to overcome it by argument and not by authority, for a victory dependent upon authority is unreal and illusory.
  5. Have no respect for the authority of others, for there are always contrary authorities to be found.
  6. Do not use power to suppress opinions you think pernicious, for if you do the opinions will suppress you.
  7. Do not fear to be eccentric in opinion, for every opinion now accepted was once eccentric.
  8. Find more pleasure in intelligent dissent than in passive agreement, for, if you value intelligence as you should, the former implies a deeper agreement than the latter.
  9. Be scrupulously truthful, even if the truth is inconvenient, for it is more inconvenient when you try to conceal it.
  10. Do not feel envious of the happiness of those who live in a fool’s paradise, for only a fool will think that it is happiness.

Das Sommersemester 2012 hat begonnen

Und ich darf im Rahmen meines Lehrauftrages am RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz wieder sieben Wochen lang spannende Themen mit spannenden Studierenden besprechen, Ideen entwickeln und Services, Konzepte und Netzwerke ausprobieren. Wenn Sie verfolgen möchten, was wir in den Seminaren Social Media in Unternehmen, Social Commerce und die Methode des vernetzten Denkens so machen, dann können Sie das in meinem Seminarblog gerne tun.

Konstruktivismus und neue Medien – Lernen als soziales Phänomen

Am Samstag habe ich an der VHS Kaarst im Rahmen des Sprachentages einen Vortrag zum Thema Soziale Medien und Netzwerke im Fremdsprachenunterricht gehalten, und heute wurde ich gefragt, ob ich kurzfristig bei der morgen stattfindenden VHS-Landeskonferenz Sprachen in Krefeld den Eröffnungsvortrag zum Thema Konstruktivismus und neue Medien übernehmen könnte. Dieses Angebot habe ich natürlich gern angenommen und mich am Nachmittag auf den aktuellsten Stand zu diesem spannenden Thema gebracht.

Der konstruktivistische Ansatz in Bezug auf Lernen geht im Wesentlichen davon aus, dass Lernen ein soziales Phänomen ist und die Aneignung neuen Wissens gemeinsam und auf multiple Kontexte bezogen erfolgt. Somit ist das Lernergebnis bei jedem Lernenden auch unterschiedlich, da die geteilten Informationen auf situative und individuelle Resonanz stößt.

Die intelligente Nutzung der sozialen Medien und Netzwerke kann dazu beitragen, kollaborative und kooperative Lernumgebungen zu schaffen, in denen die Lernenden ihre Fortschritte aktiv artikulieren und reflektieren. Der Lehrende kann somit zunehmend zum Moderator werden und sich aus dem reinen Prozess der Informationsvermittlung zurückziehen.

Das Thema Lernen und soziale Medien beschäftigt mich schon seit einigen Jahren, und der konstruktivistische Ansatz unterstützt meine eigenen Erfahrungen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf die anschließende Diskussion zum morgigen Vortrag.

Social Media an Hochschulen – aus Sicht der Hochschule

In der kommenden Woche werde ich am RheinAhrCampus der FH Koblenz mit einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Workshop zum Thema “Social Media an Hochschulen” durchführen. Der RheinAhrCampus möchte mit eigenen Auftritten bei Facebook und im SchülerVZ den Anschluss an seine Zielgruppe sicherstellen und die neuen Kommunikationskanäle sinnvoll nutzen, und ich freue mich sehr, diesen Prozess begleiten zu dürfen.
Dieses Thema beschäftigt zur Zeit viele Hochschulen, und die Hochschulrektorenkonferenz hat deshalb im November 2010 die “HRK-Handreichungen: Herausforderung Web 2.0” veröffentlicht. Wenn man sich von dem Titel nicht abschrecken lässt und sich mal inhaltlich mit dem knapp 60seitigen PDF beschäftigt, findet man – neben einfachen Erklärungen der verschiedenen Techniken und Ansätze – viele gute und umsetzbare Ideen für den Einsatz von sozialen Medien an Hochschulen. Neben dem Dokument hat die HRK auch ein Video produziert, dass verschiedene Aspekte eingängig visualisiert.

Bemerkenswert finde ich das Fazit des Dokuments, in dem die HRK deutlich auf die durch das Netz ausgelösten Veränderungen eingeht und den Hochschulen Offenheit und Flexibilität ans Herz legt. So heißt es:

Generell steht zu erwarten, dass sich die Hochschulen im Zuge der aktuellen und künftigen Entwicklungen des Internets und der Internetnutzung wenn schon nicht dramatisch, so doch sukzessiv verändern werden. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf Infrastrukturen, Prozesse und Services im Bereich des Informations- und Kontaktmanagements. [...] Inwieweit einzelne Anwendungen hochschulweit etabliert und in nachhaltige Strukturen überführt werden können, bedarf intensiver Gespräche mit den beteiligen Akteuren und Experten.

Ich freue mich auf diese Gespräche und hoffe, dass der RheinAhrCampus sein kreatives Potential auch in diesem Bereich nutzen wird.

Update 23.01.2011

Und hier ist die Prezi-Präsentation, mit der ich den Workshop begleitet habe.

Informelles, disruptives Lernen und die Schule der Zukunft

Über die Zukunft der Schulen und die Schulen der Zukunft wird in Deutschland zwar viel gesprochen, aber die bestehenden guten Ideen werden nicht – oder kaum – umgesetzt. Dass man jedoch schon mit wenig Geld und Engagement viel erreichen kann, zeigt Charles Leadbeater in seinem TED Talk über Bildungsinnovationen in Slums in Indien und Afrika.

Der klassische Frontalunterricht ist ein Relikt aus dem Industriezeitalter. Wir wir heute brauchen sind Orte, die informelles, disruptives und kollaboratives Lernen ermöglichen. Mein Sohn kommt in drei Jahren in die Grundschule, und ich hoffe sehr, dass sich bis dahin noch viel verändert.