Arbeiten in der Wolke, oder wie Cloud Computing bei Konzept:Sinn funktioniert

Cloud Computing (deutsch etwa Rechnen in der Wolke) ist primär der Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher-, fertige Software- und Programmierumgebungen als Service) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Deshalb beschreibe ich in diesem Posting, wie das ganz praxisnah im Alltag aussehen kann – oder zumindest bei Konzept:Sinn aussieht.

Das Leistungsspektrum von Konzept:Sinn umfasst Webdesign, Konzeption (z.B. von Websites, Lehrveranstaltungen, Schulungsmaterial etc.) und Marketing – letzteres natürlich hauptsächlich online. Der Arbeitsschwerpunkt liegt also ganz klar zum einen in der Konzeption, Kreation und Gestaltung von Inhalten wie Text, Bildern, Grafiken, Videos für Websites oder Dokumente, und zum anderen in der Beratung zum effizienten und sinnvollen Einsatz verschiedener Kommunikationswerkzeuge und -kanäle.

Und dabei arbeiten wir mit diesen Werkzeugen und Services:

Google Mail, Kalender, Reader und Aufgabenplanung

Hat man sich einmal einen Google-Account zugelegt, bekommt man direkten Zugang zu einer Vielzahl von großartigen Services. Bei Google Mail bekommt man fast 8 Gigabyte Emailspeicher und jede Menge nützliche Funktionen. Der Google Kalender erinnert mich auf Wunsch per SMS an Termine und bringt Übersicht in die Arbeitswoche. In Google Mail ist auch gleich eine einfache aber effiziente Aufgabenverwaltung integriert, mit der man schnelle und übersichtliche To Do Listen anlegen kann. Der Google Reader hilft mir, einen Überblick über die ca. 130 Blogs, Websites und Newsfeeds zu behalten, die ich regelmäßig lese. Außerdem funktionieren die Google Services reibungslos mit meinem Android-Smartphone, so dass ich auch unterwegs immer alles im Blick habe.

Google Text & Tabellen

Ein weiterer Service von Google ist Text & Tabellen, mit dem sich Dokumente, Tabellen und Präsentationen online erstellen lassen. Alle gängigen Office-Formate werden unterstützt und können hochgeladen und online bearbeitet werden. Man kann Freunden und Kollegen den Zugriff auf eigene Dokumente erlauben und sogar gemeinsam Dokumente bearbeiten.

Online-Speicherplatz und Backup mit Dropbox

Mit Dropbox kann man einfach und sicher Dateien online speichern, auf verschiedenen Rechnern synchronisieren, mit anderen Personen austauschen und von überall darauf zugreifen. So habe ich alle wichtigen Dateien immer parat, egal ob ich zu Hause an meinem Laptop, unterwegs an meinem Netbook oder beim Kunden an einem anderen Rechner arbeite.

Zeiterfassung mit Mite und Rechnungsstellung mit Billomat

mite ist ein schlankes Online-Tool zur Erfassung und Auswertung von Arbeitszeit und eignet sich wunderbar für Freiberufler und Teams. Die Rechnungen, die dann ja irgendwann das Resultat der geleisteten Arbeit sind, erstelle ich mit Billomat. Dieser Onlineservice integriert freundlicherweise die mit mite erfassten Arbeitszeiten, was den gesamten Erstellungsprozess deutlich erleichtert. Man kann seine Arbeitszeit und Stundensätze aber auch vollständig manuell mit Billomat verwalten.

Webdesign und Entwicklung mit WordPress

WordPress ist eine vielseitige Open Source Websoftware, mit der sich jede Art von Website realisieren lässt. WordPress legt Wert auf Ästhetik, Webstandards und Bedienbarkeit – genau wie ich.

Online HTML-Coding mit ckeditor

Hin und wieder brauche ich auch mal einen klassischen HTML-Editor, und dann greife ich auf den ckeditor zurück.

Fotoverwaltung und -bearbeitung mit Flickr & Picnic

Flickr ist die weltweit größte Fotocommunity und eine wahre Goldgrupe für Fotografen und Liebhaber von schönen Bildern. In meinem eigenen Fotostream befinden sich inzwischen über 1000 Fotos, die ich mit Flickr nicht nur schnell und einfach verwalten, sondern – dank der Kooperation mit Picnic – auch online bearbeiten kann. Und wenn Picnic an seine Grenzen stößt, dann verwende ich GIMP, den Open Source Rivalen von Photoshop. GIMP läuft zwar nicht online, aber man kann halt nicht alles haben…

Videos mit Animoto

Mit Animoto lassen sich wunderbare Videos erstellen, ohne dass man gleich viel Geld in Ausrüstung, Schnitt und Drehbuch stecken muss. Man braucht nur eine gute Idee und die passenden Fotos, und Animoto erledigt den Rest. Ein mögliches Ergebnis könnte dann so aussehen:

Fazit

Durch den Einsatz der oben beschriebenen Services werde ich immer unabhängiger von einem bestimmten Rechner und vermeide Informations- oder Dateninseln. Ich brauche keine teure Software und kann meine Arbeitsumgebung schnell und flexibel an meine Bedürfnisse anpassen. Die Infrastruktur ist da, die Kosten sind gering, man muss die Möglichkeiten nur richtig nutzen und kombinieren. Oder wie William Gibson mal so schön gesagt hat:

The future is already here – it’s just not very evenly distributed.

Update 8.2.2011: Im t3n-Magazin ist gerade ein ausführlicher Artikel zum Thema erschienen, der viele oder oben genannten Entwicklungen und Services aufgreift und um das Thema Coworking ergänzt.

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12 Responses to Arbeiten in der Wolke, oder wie Cloud Computing bei Konzept:Sinn funktioniert

  1. Thomas Sausen 11. November 2010 at 22:30 #

    Ok, für Deine speziellen Bedürfnisse kannst Du wirklich auf teure Software verzichten. Ich (leider) nicht. Trotzdem nutze auch ich die Cloud.

    Dropbox, MobileMe (Termine, Mails etc. gesyncht), Flickr, Vimeo, YouTube etc.. Für Rechnungen und Zeiterfassung nutze ich aber noch normale Software, obwohl ich von Mite schon hörte.

    Hast Du keine Sicherheitsbedenken in der Cloud? Ist glaube ich das erste Argument, was von den Gegnern kommt.

    Und nutzt Du die Basis-Google-Dienste oder diesen speziellen für Unternehmen?

    • Karsten Kneese 12. November 2010 at 10:57 #

      Hallo Thomas,

      Datensicherheit ist natürlich wichtig, aber die meisten Services laufen über https und sind somit zumindest theoretisch ziemlich sicher. Und die größte Sicherheitslücke ist eh der Rechner selber, der ja auch gern mal geklaut wird.

      Und dann kann ich zumindest immer noch meine Passwörter ändern bzw. meine Accounts stilllegen. Das ist so ähnlich wie beim Onlinebanking – dort ist das Betrugsrisiko auch deutlich niedriger als das Risiko, direkt am Geldautomaten ausgeraubt zu werden.

      Bisher nutze ich die kostenlose Dienste von Google und werde vermutlich auch nichts anderes brauchen. Die kostenpflichtigen Google Apps eignen sich aber ideal für Unternehmen, die eine schnelle und unkomplizierte Kollaborationsumgebung suchen.

  2. Sebastian Jandrey 11. November 2010 at 22:47 #

    Insbesondere Dropbox findet immer weiter Einzug auch in größeren Unternehmen. Ich habe mittlerweile den 100GB Account und so Zugriff auf fast alles auf meinem Rechner – von überall.

    Bei Google bin ich auf Google Apps umgezogen und kann so alle Googlemail Vorteile auch mit meiner Domain nutzen. Ein großer Vorteil, wie ich finde. Auch lassen sich die Google Funktionalitäten mit zahlreichen Apps erweitern.

    Rechnungen werde ich jedoch auch “klassisch” schreiben …

    Sicherheitsbedenken habe ich keine. So geheim sind die Daten mit denen ich täglich arbeite nicht. Und sowohl Google als auch Amazon (Dropbox) haben ein Interesse daran, dass die Daten geheim bleiben. Sonst können sie den Service direkt wieder dicht machen.

    • Karsten Kneese 12. November 2010 at 11:04 #

      Hallo Sebastian,

      vielen Dank für deine Ergänzung zu Google Apps. Die SAP setzt mit ihrer Cloudsters-Initiative auch auf Google Apps, in diesem Bereich passiert also eine ganze Menge.
      Ich komme bei Dropbox bisher mit den kostenlosen 2 Gigabyte aus, aber die Skalierbarkeit ist ja auch hier gegeben.

      Viele Grüße nach Hamburg. =)

    • Thomas Sausen 12. November 2010 at 11:19 #

      Dropbox habe ich durch einige Invites von bekannten auf 3 GB oder so gepimpt. War schon sehr oft am überlegen, ob ich evtl. noch mehr dort speichern sollte.

      Wobei ich Dropbox bisher eher als Mini-Backup sehe. Dort sind einige wichtige Dokumente drauf. Aber Tagesgeschäft läuft meistens nur auf den lokalen Rechner. Ich arbeite also nicht innerhalb der Dropbpx, sondefrn klassische lokal und ziehe ggf. Kopien dieser Dateien dann in die Dropbox.

      Google Apps hatte ich für meine alte Agentur in Betracht gezogen. Google Mail fand ich schon klasse, da es sich perfekt mit der Tastatur steuern lässt. Als mein iPad kam, machte ich dies aber nicht mehr. Und über Mail.app aufm Mac Google Mail laufen zu lassen, war für mich immer irgendwie verschenkt. Meine Mail-Konten laufen eh seit Jahren über IMAP und sind so immer synchron – egal welches Endgerät ich zum Abrufen nutze.

      Welche Google Mail-Vorteile meinst Du denn, Sebastian?

      Google Kalender hatte ich einmal kurz verwendet. Aber am Ende finde ich APples iCal sexy, zumal ich dank MobileMe diesen iCal-Kalender wiederum in der Cloud speichere.

      Google RSS Reader weerde ich mir wohl anschauen.

      Die Argumentation, dass gerade Amazon und Google wert auf Datensicherheit liegen müssen, schließe ich mich grundsätzlich an. Wäre der Megaskandal, wenn diesbezüglich etwas nicht funktionieren würde. Und andererseits hat der jeweilige Webhoster auch Zugriff auf alle Mails, FTP-Daten etc… zumindest in der Theorie.

  3. Ralf Wenzel 21. Januar 2011 at 05:21 #

    Zufällig bei einer Google-Suche drüber gestolpert, möchte ich hier das eine oder andere anmerken:

    Die Cloudster Foundation ist mitnichten eine Initiative der SAP, The Cloudsters ist von der SAP wie auch von anderen Unternehmen komplett unabhängig.

    Zum Speichern von personenbezogenen Daten im Nicht-EU-Ausland (Google, Amazon, etc.) empfehle ich dringend die Lektüre des Bundesdatenschutzgesetzes (das die Zulässigkeit dieser Speicherung eng begrenzt)!

    In diesem Sinne

    Ralf Wenzel
    Datenschutzbeauftragter und
    Inhaber einer Unternehmensberatung
    mit dem Schwerpunkt Cloud Computing

    • Karsten Kneese 21. Januar 2011 at 10:55 #

      Hallo Herr Wenzel,
      vielen Dank für Ihre Hinweise. Die Cloudsters Foundation ist in der Tat unabhängig, aber durch die Gründer ist zumindest eine fachliche Nähe zur SAP gegeben, was sich ja auch durch gemeinsame Events etc. zeigt.
      Und das Bundesdatenschutzgesetz befindet sich ja auch gerade in einem Anpassungsprozess an die durch Cloudcomputing veränderten Rahmenbedingungen, oder anders: Es wird an die Realität angepasst, und nicht die Realität ans Gesetz. Physische Standorte von Servern haben zwar eine gewisse Relevanz für rechtliche Aspekte, nicht aber für die praktische Handhabung.

  4. Ralf Wenzel 21. Januar 2011 at 15:02 #

    Die fachliche Nähe aus der Personalunion herzuleiten, halte ich für etwas gewagt. Das erste Cloudsters Cafe in Lübeck hat mit der SAP oder dem was die SAP macht genau gar nichts zu tun. Dass die SAP (wie auch andere) Cloudsters fördert, ist etwas vollkommen anderes. Dafür gibt es Gründe, die leicht nachzuvollziehen sind (das darzulegen würde aber hier zu weit gehen).

    Gerade Holger Eggerichs betont immer wieder: Cloudsters hat nichts mit ByD, nichts mit der SAP und auch nichts mit IT zu tun, sondern ist tätigkeitsunabhängig eine Vision des zukünftigen Arbeitens.

    Der Anpassungsprozess ist in der Theorie da, das bedeutet aber für die jetzige rechtliche Situation noch gar nichts. Faktisch verstößt man heute gegen das BDSG wenn man personenbezogene Daten in der Cloud speichert, darauf wollte ich hinaus.

    Bis Politiker begriffen haben, dass da was zu tun ist, ist der Zug schon abgefahren. Ich war in HH in einer Veranstaltung einer großen Anwaltskanzlei zum Thema “Rechtliche Rahmenbedingungen und Cloud Computing” und habe als Einwurf auf eine Folie mit dem Text “Wirtschaftsminister fördert Cloud Computing” laut gesagt: “Das ist der Beweis, dass es kein Hype ist – wenn das von der Politik gefördert wird ist eines sicher: Der Hype ist vorbei”.

  5. Karsten Kneese 24. Januar 2011 at 11:00 #

    OK, belassen wir es dabei. Das Café Cloudsters in Lübeck hat aber erstmal wenig mit Cloud Computing zu tun, sondern ist ein Coworkingspace, der die Infrastruktur für neue Arbeits- und Kooperationsarten bereitstellt.
    Und der Hype um Cloudcomputing hat noch nicht einmal richtig begonnen. Die ersten Unternehmen haben die wirtschaftlichen und organisatorischen Vorteile erkannt und über die Verbände das Thema bei unserem Wirtschaftsminister platziert.

    Es ist zwar gut, dass sich die Politik mit dem Thema beschäftigt, aber außer nachträglicher Reglementierung wird dabei wohl nichts passieren. Wie so oft werden auch hier Politiker spät auf ein Thema reagieren, dass sie eigentlich nicht verstehen und auch nicht einzelstaatlich betrachtet werden kann.

    Außerdem: Wenn wir uns alle strikt an das BDSG halten würden, wäre modernes und effizientes arbeiten kaum noch möglich.

  6. Tanja Handl 16. März 2011 at 14:17 #

    Hi,

    sehr geniale Liste. Wir bei uns im Unternehmen arbeiten ebenfalls mit Google Sites, Docs, Reader und Dropbox. Für die Zeiterfassung und das Projektmanagement haben wir allerdings eine eigene Software, TimeTac, entwickelt (http://www.timetac.com).

    Würd mich freuen, wenn du uns mal besuchst.

    Liebe Grüße,
    Tanja

  7. Zara 6. Februar 2012 at 17:35 #

    Interessanter Beitrag, hilfreiche Liste. Super. Tanjas Link hab ich mir auch mal angesehen. Tolles Ding!

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